Gestern las ich mir ein paar alte Blogeinträge von mir durch und ich muss sagen, dass das Spaß macht ;D Die Zeit hier in *hagen ist ganz angenehm, manchmal sogar langweilig... Tja, keine Arbeit, keine Schule - vollkommen (fast) ohne Verpflichtungen von außen. Da frag ich mich - ist das die Erfüllung? Ich hätte gedacht Ja, aber nein - ich denke das ist es nicht. Ich bin wohl zu unkreativ, um meinen Tag komplett sinnvoll zu füllen. Aber nun habe ich eine IDEE! Ich schreibe über meine Eindrücke der Schweiz.
| Bergblume ;) |
Dieses winzig-kleine Land hat mich doch sehr beeindruckt. Die ersten Tage in der Scheiz verbrachten wir im Mai bei unseren zwei Tanten in der Nähe von Sant Gallen, also in der Nordschweiz - der Deutschen Schweiz. Und wie ich so bin, teilte ich auch gerne meine ersten Eindrücke mit den Tanten: "Ganz schön kitschig hier alles..." oder auch: "Switzer Dütsch ist doch eigentlich auch nur ein Deutscher Dialekt, ne?!" Jenny hat gelernt: Beide Gedankengänge waren dann doch eher beleidigend - Schweizer haben einen großen Nationalstolz und sind ganz, ganz unabhängig - vor allem von Deutschland!
Dann erreichten wir ja das Tessin, ganz im Süden der Schweiz, wo alles anders ist. Die Häuser aus Naturstein und Holz gebaut (einfach herrlich!), die Menschen nicht ganz so busy, wie in Zürich und allg. im Norden und die Berge viel, viel höher, größer, mächtiger! Wir lernten, dass das kleine Ländchen sehr vielfältig ist, als wir mit dem Zug von Norden nach Süden fuhren. Im Westen französischer Einfluss, im Süden italienischer, im Osten naja... österreichischer? Und im Norden Deutsch - nur alles einen kleinen Tick "besser" und "ausgereifter". Einwanderquote der Schweit = ca. 22 %. Das ist viel, so sehen es auch die Schweizer selbst. In der Schweiz werden vier Sprachen gesprochen: Deutsch, Französisch, Italienisch und irgendwo west-mittig sogar Rätoromanisch, eine sehr alte Sprache. Die Schweiz ist das reichste Land der Welt und ich glaube sogar, dass nicht die Amis, sondern dieses winzig-kleine Land insgeheim die Weltherrschaft führt. Wir haben 4 Monate lang Schweizer Radio gehört - ich verstehe die Schweizer.
| Tessiner Architektur |
Ja, wir haben auch überlegt, wie es denn wäre dort zu leben. Sehr verlockender Gedanke, wenn man einmal längere Zeit dort verbrachte: insgesamt ein hohes Bewusstsein, wenig Kriminalität, gute Qualität in allen Hinsichten, viel Geld, hohes Einkommen und besonders: die Berge!!! Trotzdem sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass uns das dann doch ein bisschen ZU perfekt scheint. Als wir Mitte Oktober wieder nach Berlin flogen und dann mit dem Zug die Uckermark, unsere Heimat, durchfuhren, fühlte ich ganz stark die Traurigkeit der Menschen hier... Es bot sich ein ganz anderes Bild als zu den Schweizern... Die Gegend der Uckermark - sie wirkte verlassen, grau, ja traurig. Die Architektur... Es gibt keine, bzw. muss man sie suchen. Deswegen - die Schweiz ist definitv verlockend. Doch will man deswegen die schöne Uckermark aufgeben? Sollte man nicht lieber an ihr arbeiten, ihr helfen zu erstrahlen, zu leuchten - wie die Schweiz beispielsweise? Ich glaube, es ist machbar - es muss sich nur echt was ändern! Go Uckermark! (Das ist ein Link)
| Atti schaukelt das Boot (kleiner *hagener See) |
schön das du was über die schweiz schreibst. Landschaftsmäßig muss es da wunderschön sein, werd wohl da nochmal hin fahren müssen, habs bisher nur in die Nachbarländer geschafft.
AntwortenLöschenich würd sagen die schweizer haben einen gewissen nationalstolz, etwas das glaub ich unsere generation schwer beurteilen kann, was das ist.
Was ist das was dir am anfang als so kitschig aufgefallen ist? Das alles ordentlich ist, der Hof aufgeräumt, die straße gepflegt wirkt und die spitzen an den Tischdecken sind? ist das nicht eine Lebensart die sie aus ihrer eigenen geschicht her haben? die sie von ihren Eltern und großeltern übernommen haben?
vieles über das du hier schreibst lässt mich selbst an unsere eigene Geschichte zurück denken und ob wir überhaupt eine geschicht haben, wenn ja wo sie dann anfangen würde. aber auch wie wir zu der geschichte stehen, haben wir einen bezug zu der geschichte der uckermark? oder wollen wir da was komplett neues aufbauen?
Das mit der Traurigkeit, wenn ich zurück in die uckermark fahre kenn ich auch sehr gut, grad wenn ich eine längere Zeit weg war und viele neue sachen gesehen und kennen gelernt habe.
Was für ein schöner Kommentar. Ich wür6e sehr gerne mehr über 6ie Geschichte 6er Uckermark erfahren... Sicher hat sie eine, sie muss nur ausgegraben wer6en - 6urch interessierte Menschen. Ich fühle mich sehr verbun6en mit meiner Heimat, zumal auch meine Ahnen hier lebten.
AntwortenLöschenFür mich ist ie Uckermark in einem tiefen Schlaf gefallen, wacht aber langsam auf, was ich an 6en neuen Einflüssen merke. Jugen6liche sprayen in Vereinbarung mit 6em Lan6kreis Bushaltestellen un6 graue Häuser an, neue Geschäftsi6een, auf 6em Lan6e tut sich auch einiges, Touristenorientierung un6, un6, un6. Sprich: Es entstehen Perspektiven, 6ie bisher wirklich fehlten. Gera6e nach 6er Wen6e.
Naja, es war sicherlich unbe6acht 6ie Schweizer-Kultur kitschig zu nennen. Ja, was 6u beschrieben hast, zählte sicher zu 6em 1. Ein6ruck - wobei ich aufgeräumte Höfe immer schon befürwortete:) Vor allem mochte ich anfangs 6iese gestrichenen Fensterlä6en un6 Gartenzwerge nicht (nimm 6as nicht persönlich^^). Aber jetzt sehe ich alles an6ers un6 erkenne 6as Ganze. 6er Kulturschock war schnell vorüber :)